Blinder Fleck (Psychologie)

Blinder Fleck bezeichnet in der Sozialpsychologie die Teile des Selbst oder Ichs, die von einer Persönlichkeit nicht wahrgenommen werden. Der blinde Fleck wird im Johari-Fenster dargestellt. Die psychischen Funktionen, die „blinde Flecke“ erzeugen, haben durch die Psychoanalyse einen eigenen Namen erhalten: „Abwehrmechanismen“ (Anna Freud, 1936). „jede ungelöste Verdrängung beim Arzt entspricht nach einem treffenden Worte von W. Stekel einem ‚blinden Fleck‘ in seiner analytischen Wahrnehmung.“ – Sigmund Freud: Ratschläge für den Arzt bei der psychoanalytischen Behandlung, in: Gesammelte Werke, Band VIII, S. 382. In der Soziologie und Kriminologie wurden die Abwehrmechanismen „Neutralisationsmechanismen“ genannt (Sykes & Matza 1968), die dazu dienen, eigene kriminelle Handlungen zu bagatellisieren, zu rationalisieren oder zu leugnen, um die Schuld abzuwälzen (z. B. „es trifft selten einen Falschen“; „das hätte doch jeder gemacht“; „es dient doch einem guten Zweck“ = der Zweck heiligt die Mittel). In der Sozialpsychologie hat sich vor allem Leon Festinger mit seiner Theorie der kognitiven Dissonanzen (engl. 1957; dt. 1978) des Problems angenommen und die Abwehrmechanismen, die man nach ihm auch Dissonanzmechanismen nennen könnte, auf eine allgemeine und sozialpsychologische Grundlage gestellt. Alle Menschen sind in der Lage, blinde Flecke – möglicherweise situations- und befindlichkeitsabhängig – auszubilden. Die Abwehrmechanismen haben auch eine wertvolle Schutzfunktion für die Psyche und dürfen nicht von vorneherein nur negativ bewertet werden.

Wörter

Diese Tabelle zeigt das Beispiel für die Verwendung von Wortlisten zum Extrahieren von Stichwörtern aus dem obigen Text.

WortHäufigkeitAnzahl der ArtikelRelevanz
abwehrmechanismen4430.21
fleck42780.174
blinde33400.127
flecke2240.111
blinder21220.095

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