Containerschiff

Ein Containerschiff ist ein Schiffstyp, der für den Transport von ISO-Containern ausgelegt ist. Die Ladungskapazität von Containerschiffen wird in TEU (Twenty-foot Equivalent Units, vgl. Tonnage) angegeben und entspricht der Anzahl von 20-Fuß-Containern, die geladen werden können. Üblich sind auch 40-Fuß-Container (gemessen in FEU wie Forty-foot Equivalent Unit), seit Mitte der 1990er Jahre ebenso 45-, 48- und 53-Fuß-Container sowie die seltener anzutreffenden 30-Fuß-Container, die allerdings an Deck geladen werden müssen, da die Cellguides (Führungsschienen in der Vertikalen) nur für 40-Fuß-Container ausgelegt sind. Für sehr große bzw. schwere Stückgüter existieren auch so genannte Flat Racks, Open-Top-Container oder platforms, die im Verbund mit Standard-Containern geladen werden können. Bis zu einer Ladungskapazität von 3400 TEU besitzen Containerschiffe teilweise eigenes Ladegeschirr, Schiffe mit höheren Kapazitäten benötigen für den Containerumschlag entsprechende Suprastruktur im Hafen. Dies sind üblicherweise Containerbrücken an Containerterminals. Die Tendenz hin zu immer größeren Containerschiffen bewirkt eine steigende Konzentration der möglichen Anlaufpunkte für Containerschiffe auf relativ wenige, zentrale Containerhäfen, über die ein Großteil des Seehandels abläuft. Diese Häfen werden zu Hubs; von und nach dort fahren kleinere Containerschiffe, z. B. Feederschiffe (siehe auch Umladeproblem – ein Optimierungsproblem aus dem Bereich der Logistik). Nach den statistischen Erhebungen des Branchendienstes Alphaliner waren im Februar 2019 weltweit 6.145 Containerschiffe mit einer Ladekapazität von 22,8 Millionen TEU im Einsatz. Die größten drei Reedereien waren demnach A. P. Møller-Mærsk (17,7 %), Mediterranean Shipping Company (14,4 %) und die COSCO Group (12,2 %). Nach vielen Jahren sinkender Frachtraten und erheblicher Überkapazitäten in der Folge der Finanzkrise von 2008 waren die Prognosen für den weltweiten Containerverkehr seit einigen Jahren wieder besser. In den ersten Monaten 2018 erreichte das Wachstum sogar ein Drei-Jahres-Hoch, kühlte sich danach aber deutlich ab, weshalb Simon Heaney von der Beratungsgesellschaft Drewry 2018 als eines der volatilsten Jahre bezeichnete, das die Branche je erlebte. Das Geschäft im Jahr 2019 soll demnach ähnlich unvorhersehbar werden. Drewry erwartet ein Flottenwachstum von 2,5 % und damit nur noch eine halb so große Angebotsdynamik wie 2018. Demgegenüber erwartet Peter Sand von der Kopenhagener Schifffahrtsorganisation The Baltic and International Maritime Council (BIMCO) für 2019 sinkende Frachtraten, da dem geschätzten Nachfragewachstum von 3,8 % ein Flottenwachstum von 4,4 % gegenüberstehe. Damit erweitere sich das Angebot deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Die BIMCO rechnet damit, dass vom amerikanisch-chinesischen Handelskrieg künftig wesentlich mehr Produkte betroffen sein werden, die mit Containern befördert werden. Im Herbst 2018 waren die Frachtraten im Asien-Europaverkehr um 4,6 %, im Asien-USA-Verkehr um 3,8 % rückläufig. Die Raten von Asien nach Südamerika sanken nur um 1,9 %. Der Vorstandsvorsitzende von MAERSK, Søren Skou, nahm seine Wachstumsprognose der weltweiten Container-Verkehr-Nachfrage für 2019 auf nur noch „ein bis drei Prozent“ zurück und sieht erhebliche wirtschaftliche Unsicherheiten. Nach Auffassung des Hapag-Lloyd-Chefs Rolf Habben Jansen sind Ängste vor wachsenden Überkapazitäten dagegen völlig unberechtigt, da nach seiner Auffassung die Nachfrage in den kommenden Jahren um vier bis fünf Prozent zunehmen werde. Die Konsolidierung der Branche über Fusionen werde weitergehen, bis nur noch neun der zwanzig größten Reedereien übrig seien. Ob die weltweite Flotte 2020 tatsächlich schrumpfen wird, da ab dann der umweltschädliche Schwefeloxid-Gehalt im Schiffstreibstoff deutlich gesenkt werden muss und viele veraltete Schiffe vom Markt genommen werden müssen, ist fraglich. Für zuliefernde Feederschiffe rechnet der Versicherungsmakler Lloyd’s in London bis 2020 sogar mit einer ernsten Knappheit, da immer größere Containerschiffe zu be- und entladen sind.

Wörter

Diese Tabelle zeigt das Beispiel für die Verwendung von Wortlisten zum Extrahieren von Stichwörtern aus dem obigen Text.

WortHäufigkeitAnzahl der ArtikelRelevanz
containerschiffe51130.095
frachtraten390.071
teu3890.058
flottenwachstum210.056
bimco240.051

This website uses cookies to ensure you get the best experience on our website. Learn more. Got it.